Sich helfen lassen

Manchmal ist das Leben etwas komplizierter als sonst. Um solche Zeiten durchzustehen, braucht man bisweilen Unterstützung von aussen. Um Hilfe zu bitten ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich! Es hilft einem zu verstehen, was los ist, und schneller eine Lösung zu finden.

Zum Thema psychische Gesundheit gibt es zahlreiche Vorurteile. Dies kann dazu führen, dass Sorgen verschwiegen werden und die Betroffenen sich abschotten. Unter solchen Umständen ist es manchmal schwierig, um Hilfe zu bitten. Und dennoch kann es auch bei vorübergehenden Schwierigkeiten wichtig sein, Unterstützung zu suchen. Dies ist keinesfalls eine Schwäche – ganz im Gegenteil! Den Schritt zu wagen heisst, dass Sie Ihre Probleme in den Griff bekommen möchten.

Wenn Sie nicht mehr weiter wissen, sollten Sie um Hilfe bitten. Je eher um Hilfe gebeten wird, desto schneller können Lösungen gefunden werden.

Manchmal wird aus Angst vor den möglichen Kosten nicht um Hilfe gebeten. Doch es gibt auch Lösungen fürs kleine Budget und solche, die von der allgemeinen Krankenkasse übernommen werden. Sprechen Sie diesen Punkt direkt beim ersten Gespräch an, es wird sich sicher eine Lösung finden.

Wo finde ich Hilfe?

Umfeld

Es tut gut, mit einem Familienmitglied, mit einer Freundin oder einem Freund oder mit einer Person aus dem Umfeld über seine Sorgen und Probleme zu sprechen. Ausserdem kann dies neue Horizonte eröffnen und Lösungen zum Vorschein bringen, an die Sie selbst noch nicht gedacht haben.

So kann einem zum Beispiel die ins Vertrauen gezogene Person empfehlen, sich an eine Fachperson (Hausärztin/-arzt o. ä.) zu wenden oder die Adresse eines Vereins geben. Wenn Sie möchten, kann sie Sie in administrativen Belangen unterstützen oder Sie zum ersten Treffen begleiten.

Allgemeine Fachpersonen

Es gibt zahlreiche Fachpersonen, die eine wertvolle Unterstützung sein können. Bei Schwierigkeiten oder in einer psychischen Notlage können sie Ihnen zuhören und Sie an eine Spezialistin oder einen Spezialisten weiterleiten:

  • am Arbeitsplatz: Betriebsärztin oder Betriebsarzt, Personal- oder Gewerkschaftsvertretung;
  • in einer Pflegeeinrichtung: Pflegefachperson, Hebamme, Ärztin/Arzt;
  • in der Schule: Schulpflegefachperson, Lehrperson, Mediator/in, Schulsozialarbeiter/in;
  • im Freizeitzentrum des Quartiers: Jugend- oder Sozialarbeitende.

All dies sind Ansprechpersonen, die Ihnen die passende Hilfe vermitteln können. Zögern Sie nicht, diese um Hilfe zu bitten – es ist ihre Arbeit, Sie über die bestehenden Möglichkeiten zu informieren.

In den meisten Fällen sind diese Hilfen kostenlos oder werden von der Krankenkasse übernommen. Folglich sollten Sie die Kosten nicht daran hindern, sich Hilfe zu holen.

Im Zweifelsfall oder wenn Sie nicht wissen, an wen Sie sich wenden sollen, kann Ihnen Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt sicher den entscheidenden Hinweis geben.

Vereine und Verbände für psychische Gesundheit

Private und öffentliche Stellen bieten in allen Regionen zahlreiche Leistungen an. Dazu gehören drei Arten von Angeboten zugunsten von psychisch beeinträchtigten Personen und ihren Angehörigen:

Treffpunkte

Zum Angebot der Vereine und Verbände gehören Anlaufstellen und Orte für freie oder begleitete Treffen (gemeinsam einen Kaffee trinken oder etwas essen, gemütliche Ausflüge usw.). Diese Aktivitäten werden entweder selbstständig oder in Begleitung von Fachpersonen aus dem psychosozialen Bereich durchgeführt.

  • Aktivitäten

Hierbei handelt es sich um Freizeitaktivitäten, Aktivitäten der soziokulturellen Animation oder Aktivitäten zur Persönlichkeitsentwicklung. Diverse Weiterbildungen sowie Arbeitsplätze in geschützten Werkstätten oder in der offenen Wirtschaft werden ebenfalls angeboten.

  • Psychosoziale Unterstützung

Die Stellen können psychosoziale, administrative und juristische Hilfe anbieten, um die Betroffenen in ihrem Vorgehen und bei ihren Fragen zu unterstützen, zu beraten und zu begleiten.

Bei verschiedenen betreuten Aktivitäten, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen, können Sie über Ihre Erfahrungen im Alltag berichten und Ihre Gefühle in Bezug auf verschiedene Themen zum Ausdruck bringen.

Diese Hilfen sind kostenlos oder zumindest sehr günstig (oftmals Jahresbeitrag). Die entsprechenden Auskünfte finden Sie beim betreffenden Verein.

Fachpersonen für geistige Gesundheit

Im Bereich der Psychiatrie gibt es verschiedene Angebote, um die psychische Gesundheit und die Lebensqualität zu verbessern. In jedem Kanton gibt es verschiedene Dienste und Ämter. Die Adressen finden Sie hier.

  • Sprechstunden bei einer Psychiaterin/einem Psychiater

Psychiaterinnen und Psychiater sind auf Psychiatrie spezialisierte Ärztinnen und Ärzte mit FMH-Titel in Psychiatrie und Psychotherapie. Sie bieten Psychotherapie-Sitzung an, bei denen sie den Patientinnen und Patienten zuhören und ihnen helfen, Lösungen im Zusammenhang mit ihren psychischen Schwierigkeiten zu finden. Sie können auch Arzneimittel verschreiben, unter anderem Psychopharmaka. Sowohl die Sprechstunde als auch die verschriebenen Arzneimittel werden von der Krankenkasse übernommen.

  • Sprechstunde bei einer psychologischen Psychotherapeutin /einem psychologischen Psychotherapeut

Bei den Sitzungen mit einer psychologischen Psychotherapeutin /einem psychologischen Psychotherapeut können die Betroffenen über ihre Probleme sprechen und nach Lösungen suchen. Sie sind Fachpersonen für psychische Gesundheit, ausgebildet nach unterschiedlichen Methoden und therapeutischen Ansätzen. Die Leistungen werden von der Krankenkasse vergütet, vorausgesetzt, die Behandlung wurde von einer Psychiaterin/einem Psychiater angeordnet. Einige Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Behandlungskosten auch ohne ärztliche Verschreibung.

  • Ambulante oder stationäre Behandlung und Betreuung in einer psychiatrischen Einrichtung

Ambulante Einrichtungen und Tagesstätten bieten vollständige psychiatrische Behandlungen an, mit dem Vorteil, dass man zu Hause wohnen bleiben kann. Im Allgemeinen werden medizinische Pflege und soziale Beratung (Wohnungssuche, Unterstützung am Arbeitsplatz, Finanzberatung, Hausbesuche usw.) angeboten.

Ambulante Behandlungen (kein stationärer Aufenthalt) werden von den psychiatrischen Einrichtungen immer öfter bevorzugt, sodass Familien- und Berufsleben aufrechterhalten bleiben können. Die Behandlungskosten übernimmt die Krankenkasse.

Manchmal ist eine stationäre Behandlung besser geeignet. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.


Quellen:

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