Wie kümmere ich mich um meine psychische Gesundheit?

Auf die psychische Gesundheit zu achten ist genauso wichtig, wie auf die körperliche. Ein paar Gewohnheiten im Alltag können dazu beitragen, sein Wohlbefinden zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Dabei geht es darum, eine positive Haltung einzunehmen und Aktivitäten nachzugehen, die die psychische Gesundheit fördern. Die Stärkung der persönlichen psychischen Ressourcen (der eigenen Trümpfe und Stärken) trägt dazu bei, kritische Situationen im Leben besser zu bewältigen.

Die folgenden Elemente sind keine «Wundermittel», sondern lediglich ein paar Ansätze, die zum geistigen Wohlbefinden beitragen können.

Seine Stärken kennen, seine Grenzen respektieren

In unserer Gesellschaft stehen Leistung und Perfektion an erster Stelle. Der Mensch ist jedoch nicht perfekt und kann auch mal geschwächt sein. Es ist ganz normal, dass man sich nicht immer leistungsstark, glücklich oder stolz fühlt.

Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, sich selbst besser kennenzulernen (durch Lesen, Gespräche mit Angehörigen oder den Blick einer Fachperson auf das eigene Handeln). Dies kann helfen, seine Fähigkeiten zu erkennen und die persönlichen Grenzen zu akzeptieren.

Es ist normal, dass bestimmte Lebensereignisse mit starken Emotionen verarbeitet werden. Das ist sogar notwendig und muss nicht zwingend auf eine Erkrankung hinweisen. Manchmal braucht es ein bisschen Zeit. Aus diesem Grund ist es gut, sich dazu zu ermutigen, wohlwollend zu sich selbst zu sein. Wenn nötig, dürfen Sie ruhig Ihr Umfeld oder eine Fachperson um Unterstützung bitten! (S. auch «Darüber reden»)

Auf sich selbst und seinen Körper achten

Auf sich selbst zu achten ist etwas sehr Persönliches. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten dazu, die jede und jeder für sich selbst finden muss. Bewegung ist ein gutes Mittel, um Spannungen abzubauen. Dies kann Sport sein, aber auch nur ein Spaziergang, um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Wichtig ist es, sich zu bewegen, rauszukommen, einen Tapetenwechsel vorzunehmen.

Aktive Phasen und Erholungsphasen können sich abwechseln. In den Erholungsphasen kann man etwas Abstand gewinnen, seine Gedanken sammeln und den Tag Revue passieren lassen. Obwohl Schlaf sehr wichtig ist, kann auch ein Ausflug – egal, ob allein oder mit Freunden – zur Erholung beitragen. Eine erfüllte Sexualität oder eine bewusst gelebte Spiritualität können ebenfalls zum psychischen Wohlbefinden beitragen.

Seine Kreativität und Kompetenzen pflegen

Die eigene Vorstellungskraft und die persönlichen Fähigkeiten warten manchmal nur darauf, sich zu zeigen oder gefördert zu werden. Es ist nie zu spät, etwas zu wagen und einen neuen Zeitvertreib zu entdecken oder noch eine Weiterbildung zu absolvieren.

Kreative Aktivitäten ermöglichen das Ausdrücken von positiven und negativen Emotionen auf andere Weise statt nur mit Worten. Dadurch können Spannungen und Sorgen abgebaut werden.

Etwas Neues zu lernen und seine Kompetenzen weiterzuentwickeln ist stimulierend für den Geist, stärkt das Selbstvertrauen und hilft, aus der Routine auszubrechen. Dies kann auch in beruflicher Hinsicht sinnvoll sein.

Kantone, Gemeinden und Städte bieten eine Vielzahl an kulturellen, künstlerischen und sportlichen Aktivitäten oder Weiterbildungen für Erwachsene an. Einige davon sind sogar kostenlos. Es gibt auch Organisationen, die Personen aus einkommensschwachen Verhältnissen finanziell unterstützen. Lassen Sie sich beraten!

Beziehungen knüpfen und aufrechterhalten

Der Mensch ist ein soziales Wesen, das sich auch durch die Beziehungen zu anderen verwirklicht. Einige sind stärker auf soziale Kontakte angewiesen, andere weniger. Es ist wichtig, die Beziehungen zum Umfeld zu hegen und zu pflegen, egal ob zur Familie, zu Freunden, Nachbarn oder zur Gemeinschaft.

Manchmal kann man Freud und Leid mit Freunden teilen. Man sollte sich dazu überwinden, einen Schritt auf die anderen zu zu machen und sich zu öffnen, um Beziehungen zu erhalten, auch wenn dies nicht immer leicht ist.

Die Tatsache, mit jemandem zu sprechen oder jemandem zuzuhören hilft, Ordnung in seine Gedanken zu bringen und Spannungen abzubauen. Auch verschafft dies eine gewisse Leichtigkeit. Über seine Sorgen zu reden eröffnet neue Sichtweisen und kann neue Lösungen zutage bringen.

Gesprächsgruppen können verschiedene Formen der Unterstützung bieten. Bei Gesprächen mit Betroffenen kann man sich über seinen Alltag austauschen und seine Gefühle mitteilen. Dies verschafft einem im Allgemeinen das Gefühl, verstanden zu werden, ohne dabei in eine Schublade gesteckt zu werden.

Sie können aber auch mit verschiedenen Fachpersonen über Ihre Probleme reden, zu deren Beruf es gehört, Ihnen zuzuhören und gemeinsam mit Ihnen nach Lösungen zu suchen. Um Hilfe zu bitten ist keinesfalls eine Schwäche, ganz im Gegenteil!

(S. auch «Darüber reden»)

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